Leder mit Holz kombinieren
Wünschen Sie sich Wohnräume mit einer warmen und luxuriösen Note, machen Sie alles richtig, wenn...
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Ob kleine Wohnung oder großzügiges Loft – erst mit einer Einrichtung, bei der Möbel und Farben miteinander harmonieren, wird aus ehemals leeren Zimmern ein Zuhause. Die Auswahl an Möbeln ist groß. Sie bestehen aus verschiedenen Materialien und passen zu den unterschiedlichsten Einrichtungsstilen. Ein Wohlfühlambiente ergibt sich jedoch nur, wenn Materialien zusammenpassen. Wünschen Sie sich Wohnräume mit einer warmen und luxuriösen Note, machen Sie alles richtig, wenn Sie Holz mit Leder kombinieren.
Leder und Holz sind zeitlose Materialien, die perfekt miteinander harmonieren. Sie passen zu klassischen und modernen Einrichtungsstilen. Beide Naturmaterialien weisen organische Texturen wie Holzmaserung, Lederporen und Unregelmäßigkeiten auf. Kommen Sie in einen Raum, dessen Einrichtung Holz und Leder kombiniert, spüren Sie die von beiden Materialien ausgestrahlte Wärme.
Holz und Leder überdauern viele Jahre und bleiben auch bei häufigem Gebrauch formstabil. Bei längerer Nutzung entstehen ästhetische Spuren, die Fachleute als Patina bezeichnen. Zusammen schaffen die Materialien eine zeitlose und ansprechende Ästhetik. Die Materialien bringen Natürlichkeit, Eleganz und Luxus in Einklang.
Leder und Holz passen grundsätzlich immer zusammen. Jedoch ist es wichtig, dass die Farbtemperatur und die Stilrichtung stimmig sind. Inneneinrichter und Tischler empfehlen als Experten, Gleiches zu Gleichem zu gesellen, aber einen Kontrast bei der Textur zu setzen. Das bedeutet, dass glattes Leder mit elegantem Holz harmoniert und wildes, naturbelassenes Leder mit groben Poren, wie sie etwa die Eiche besitzt.
In deutschen Haushalten finden sich häufig Eichenmöbel mit einer kräftigen Maserung und einem neutralen bis warmen Grundton. Dessen Farbspektrum reicht von Honig bis Bernstein. Helle Eiche harmoniert mit glattem Leder. Dagegen passen zur dunklen und grob gemaserten Wildeiche rustikale Lederarten wie Büffel- oder Vintageleder.
Walnuss ist fein und lebendig gemasert. Auffällig ist die elegante, wellenförmige Zeichnung des Holzes (Fladerung). Mit seiner seidigen und glatten Oberfläche harmoniert das Holz mit feinem Glattleder. Leder und Walnuss wirken einzeln und kombiniert exklusiv und luxuriös.
Kiefernholz ist weich, mit vielen dunklen Ästen versehen und ruhig gemasert. Mit seinem gelblich bis rötlichen Farbton wirkt es gemütlich und ländlich. Kombiniert mit einem groben, naturbelassenen Fettleder erhält es einen moderneren urbanen Touch. Zudem reflektiert Kiefernholz das Licht, wodurch die Lederflächen lebendiger wirken.
Das harte Eschenholz ist ausgeprägt gemasert und ringporig strukturiert. Ist es matt lackiert oder geölt, harmoniert das Holz mit der Elastizität eines unifarbenen, glatten und geölten Leders.
Gleiches zu Gleichem zu gesellen und dadurch Harmonie zu erzeugen, funktioniert besonders gut mit exotischen Hölzern wie Palisander, Teak und Sheesham. Diese Holzarten besitzen ebenso wie Leder von Natur aus einen hohen Fett-Öl-Anteil. Deshalb ist die Haptik beider Materialien – Holz und Leder – wachsartig.
Buche und Kirschbaum sind visuell harte und schwere Holzarten mit feinporiger und glatter Oberfläche. Dadurch wirken sie oft technisch und steril und werden mit Zweckmöbeln assoziiert. Das Gegenteil davon ist das nachgiebige, weiche und flexible Leder. Kombinieren Sie beide Materialien, wirken die Möbel einladend und weniger streng.
Das Holz des Walnussbaumes mit seinen tiefen, warmen Tönen und seiner markanten Maserung harmoniert mit cognacfarbenem Leder und hellbraunem Garn. Stimmig spielen auch mit beigefarbenem Garn genähtes petrolfarbenes Leder und das als Rüster bekannte Ulmenholz zusammen. Rüster zeichnet sich durch eine ruhige bis starke Maserung und einen warmen Farbton aus. Neben petrolfarbenem Leder harmoniert mit mittelbraunem Garn genähtes rotes Leder mit dem Rüster.
Zudem harmoniert das helle gewachste Holz der Esche mit braunem Leder. Einen Kontrast dazu bildet rotes Garn. Das Holz besitzt eine fein gezeichnete Maserung. Eiche ist das klassische Holz in deutschen Wohnzimmern. Ein harmonisches Gesamtbild ergibt sich, wenn Sie es mit dunkelbraunem Leder kombinieren.
Mahagoni harmoniert mit tiefrotem bis braunem Leder. In diesen Kombinationen wirkt die Einrichtung klassisch und luxuriös, in Verbindung mit schwarzem Leder formell elegant. Einen Kontrast schaffen Sie mit cognacfarbenem Leder.
Die Materialien Leder und Holz sind typisch für im Industrial-Style eingerichtete Wohnungen. Die Holzmöbel bestehen aus unbehandeltem Massivholz, dessen Maserung sichtbar ist und Unregelmäßigkeiten aufweist. Gemeinsam mit Leder macht es die sonst kühle Einrichtung wärmer und gemütlicher. Farblich passen Leder in gedeckten Brauntönen und Schwarz zum Industrial-Style. Stellen Sie die Möbel in Kombination mit Leder selbst her, kommen eine Kappsäge und Werkzeuge zur Lederverarbeitung zum Einsatz.
Charakteristisch für den skandinavischen Einrichtungsstil sind helle, natürliche Farben. Weiß steht im Vordergrund. Zudem sind sanfte Grautöne und Beige passend für den skandinavischen Stil. Diesen kombinieren die Skandinavier mit zarten Pastellfarben. Die Möbel bestehen aus hellen Hölzern wie Birke, Kiefer und Fichte. Typisch sind zudem weitere natürliche Materialien wie Baumwolle, Leinen und Leder in den Farben Tan, Creme, Naturfarben oder Schwarz. Letzteres setzt jedoch nur sparsame Akzente.
Leder und Holz bilden zudem wichtige Elemente für eine Einrichtung im Landhausstil. Im Vordergrund stehen helle Grundfarben wie Creme, Weiß und warme Holztöne. Diese Einrichtung erhält Akzente in kräftigen Farben wie einem maritimen Blau, einem kräftigen Rot oder einem knalligen Gelb.
Lieben Sie das Unperfekte, ist der Shabby-Chic ein passender Einrichtungsstil. Er besteht aus Möbeln mit natürlichen oder absichtlich herbeigeführten Gebrauchsspuren. Natürliche Gebrauchsspuren finden sich bei Holzmöbeln und Leder, weshalb sie perfekte Einrichtungsgegenstände für eine Wohnung im Shabby-Chic darstellen. Shabby Chic ist ein femininer Stil, bei dem zarte Pastelltöne wie Himmelblau, Gelb, Hellgrün, Rosé und Türkis im Vordergrund stehen.
Möbel im Shabby-Chic können Sie auch nachträglich mit Leder versehen. Sie brauchen lediglich Werkzeuge für die Lederverarbeitung und etwas Talent. Eine Kappsäge ist hilfreich, wenn Sie das gesamte Möbelstück selbst herstellen möchten.
Holz und Leder harmonieren miteinander – das ist die Regel. Jedoch können Sie der Harmonie ein jähes Ende bereiten, wenn die Oberflächenbeschaffenheit nicht stimmig ist. Deshalb sollen Sie niemals mattes Holz mit hochglänzendem Leder kombinieren und auch nicht mattes Leder mit hochglänzendem Holz. Achten Sie zudem darauf, dass Holz und Leder gleichstark altern.
Fehler können Sie zudem bei der Farbauswahl machen. Achten Sie auf Kontraste und vermeiden Sie, dunkles Leder mit dunklem Holz zu kombinieren. Unpassend ist zudem, wenn Sie Unruhe in den Raum bringen, indem Sie stark strukturiertes Leder mit stark gemasertem Holz kombinieren.
Kombinieren Sie Holz mit Leder, ist die Feuchtigkeit für die Haltbarkeit der beiden Materialien verantwortlich. Wird das Holz zu einem Möbel verarbeitet, ist laut DIN 18334 eine maximale Einbaufeuchte von zwanzig Prozent erlaubt. Im Normalfall ist diese jedoch vor der Verwertung mit sieben bis zehn Prozent geringer. Holzfenster sowie Holztüren und -rahmen von Außentüren sollten eine Restfeuchte von zwölf bis 15 Prozent besitzen. Der empfohlene Wert fürs Parkett beträgt sieben bis elf Prozent.
Achten Sie bei der Kombination von Leder und Holz auf eine stabile Luftfeuchtigkeit im Raum. Diese sollte zwischen vierzig und sechzig Prozent liegen. Höhere Werte begünstigen Schimmelbildung und ein Aufquellen des Holzes. Ist die Luftfeuchte zu niedrig, trocknet das Leder aus und wird brüchig. Auch Holz leidet unter zu geringer Luftfeuchtigkeit. Es gibt seine eigene Feuchte an die Raumluft ab. Die Folge daraus sind Risse und Fugen, die sich bei Erhöhung der Luftfeuchtigkeit wieder schließen. Ist das Raumklima dauerhaft zu trocken, bleiben die Risse erhalten.
Foto: © Stephen / stock adobe
arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).
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